Seite drucken   Sitemap   Mail an den Paritätischen in der Städteregion Aachen   Hinweise zur Änderung der Schriftgröße  

Demenz

Paritätischer NRW fordert Nachbesserung bei Pflegegesetzen
Gespräch mit Ministerin Barbara Steffens beim Ortstermin

Wuppertal, 24.8.2011. Auf Einladung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes NRW besuchte Barbara Steffens, NRW-Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter heute die Pflege-WG der Freien Alten- und Nachbarschaftshilfe Aachen (FAUNA). Der Verband hatte eingeladen, anlässlich des vom Ministerium initiierten „Masterplan Quartier“ vor Ort über zukunftsweisende Pflegekonzepte und alternative Wohnmodelle zu diskutieren. Am Rande des Ortstermins forderte der Paritätische Modifikationen der Pflegegesetze auf Landesebene.

„Pflegeeinrichtungen wie die Freie Alten- und Nachbarschaftshilfe e.V., die sich mit zukunftsweisenden Versorgungsmodellen insbesondere um demenziell veränderte Menschen kümmern, liegen uns ganz besonders am Herzen. Wir unterstützen die Position des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes zur stärkeren Quartiersentwicklung“, so NRW-Ministerin Steffens, die sich in Aachen einen Eindruck davon verschaffte, wie vorbildliche zeitgemäße Pflegeangebote aussehen können. Angebote, die den Pflegebedürftigen nicht aus seinem bisherigen Lebensumfeld herausreißen, sondern ihm ortsnahe, flexible, würdevolle und individuelle Hilfen leisten.

Hermann Zaum, Landesgeschäftsführer des Paritätischen NRW: „Wir begrüßen die Initiative des Ministeriums für eine stärkere Quartiersorientierung in der Versorgung älterer Menschen.“ Die Idee des Masterplans Quartier sei richtig. Nun komme es jedoch darauf an, auch die entsprechenden Voraussetzungen für sein Gelingen zu schaffen, so Zaum weiter. So gelte es beispielsweise im Zuge der aktuellen Überprüfung von Gesetzen, insbesondere dem Wohn- und Teilhabegesetz (WTG), sozialen Einrichtungen die nötigen Freiräume zu verschaffen, um den Quartiersgedanken auch praktisch umsetzen zu können. Denn: „Der Aufbau von alternativen, zeitgemäßen Wohnmodellen ist durch das derzeitige WTG leider ins Stocken geraten. Vom Ministerium in Düsseldorf wünschen wir uns daher eine gewisse Flexibilität bei der anstehenden Weiterentwicklung der Landesgesetze.“

Zum Hintergrund:
Der Paritätische NRW vertritt als Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege rund 3000 Mitgliedsorganisationen, darunter die Interessen von 70 ambulanten Pflege-Wohngemeinschaften, knapp 20 generationsübergreifenden Wohnprojekten und vielen Quartiersprojekten. Die Unterstützung zeitgemäßer Initiativen sozialer Arbeit gehört zum Profil des Verbandes.

Der Masterplan Quartier wurde am 20.5.2011 vom NRW-Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter ins Leben gerufen und befindet sich nach ersten Gesprächen mit Vertretern der Kommunalen Spitzenverbände, der Wohlfahrtsverbände, der Gesundheitsbranche, der Wirtschaft, des Handwerks und der Kirchen in der Entwicklungsphase. Ziel ist das Schaffen von Rahmenbedingungen, die es älteren Menschen so lange wie möglich erlauben ein selbstbestimmtes Leben in ihrem gewohnten Lebensumfeld zu führen.

Die Freie Alten- und Nachbarschaftshilfe Aachen „Fauna e.V.“ betreibt einen ambulanten Pflegedienst, eine Tagespflege und versorgt derzeit zwei ambulante Pflege-Wohngemeinschaften. Schwerpunkt und Besonderheit der Arbeit ist die Versorgung von demenziell erkrankten Menschen, direkt im eigenen Zuhause oder sehr nah am bisherigen Lebensmittelpunkt.

Das Wohn- und Teilhabegesetz (WTG) ist seit 2008 in Kraft. Nach Untersuchungen des Paritätischen NRW werden mehr als die Hälfte aller ambulanten Pflege-WGs ins WTG eingestuft. Dadurch erfolgen zum Teil Auflagen, die den ambulanten Betrieb in jedem Fall deutlich erschweren, teilweise sogar gänzlich unmöglich machen, wie etwa eine quasi-stationäre und ambulant nicht finanzierbare Rund-um-die-Uhr-Betreuung durch eine Fachkraft.


Thematische Rückfragen beantwortet:
Katharina Benner, Fachgruppenleiterin Alter und Pflege im Paritätischen NRW,
Telefon: 0202 - 28 22 186, E-Mail: benner@paritaet-nrw.org

Für weitere Fragen oder Interview-Wünsche steht Ihnen gern die Pressestelle zur Verfügung.

 



 
top