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AIDS in Aachen

Presseerklärung der AIDS-Hilfe Aachen e.V. zum Welt-AIDS-Tag 2009

Gemeinsam gegen AIDS

Die Zahlen belegen es: Wir dürfen Aids weiterhin nicht vergessen. Aids ist weltweit eine Katastrophe. Rund 34 Millionen Menschen, die Hälfte davon Mädchen und Frauen, sind auf unserem Globus mit dem Aids-Virus infiziert. 2,5 Millionen von ihnen sind Kinder.

Auf der Anfang November in Köln durchgeführten Europäischen AIDS-Konferenz schätzten Experten, dass in Europa und den Nachbarländern 50% der HIV-Positiven nicht von ihrer Infektion wissen.

Was viele vergessen: Aids ist nicht heilbar. Nur weil wir kaum Aidskranke in der Öffentlichkeit sehen und sie dank moderner Medikamente länger leben, ist die Krankheit nicht verschwunden. Deshalb ist der Welt-Aids-Tag am 1. Dezember jedes Jahr Anlass, auf das Thema aufmerksam zu machen, Solidarität mit den Betroffenen zu zeigen, aufzuklären und Spenden zur Unterstützung der von HIV/AIDS betroffenen Menschen zu sammeln. Denn Aids geht uns alle an.

Entwicklungen in Deutschland allgemein

Auch in Deutschland infizieren sich jedes Jahr 3000 Menschen neu mit dem HI-Virus. Insgesamt wird die Zahl der HIV-Infizierten in Deutschland vom RKI ( Robert-Koch Institut) z.Zt. auf 67.000 Menschen geschätzt.
Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland hat sich in den letzten 10 Jahren verdoppelt, bleibt aber in den letzten drei Jahren auf dem gleich hohen Niveau.
                                                                
Viele Neuinfektionen werden von Menschen weiter gegeben, die selbst über Ihre Infektion nicht Bescheid wissen. Außerdem sind bei den Neudiagnosen viele „Latepresenter“, deren Infektion schon länger zurückliegt und die deshalb oft spät oder auch zu spät in die Behandlung kommen. Der HIV-Test kann hier Klarheit schaffen. Wer um seine Infektion weiß, kann rechtzeitig mit der Behandlung beginnen und seine Partner besser schützen.


Situation in Aachen

In der Aachener Schwerpunktpraxis werden in diesem Quartal über 400 Patienten mit HIV/AIDS medikamentös behandelt. Die AIDS-Hilfe Aachen e.V. hat seit 2002 256 Betroffene begleitet.

Ca. 50% unserer Klienten gehören zu der Gruppe aus HPL (Hochprävalenzländer). Seit 23 Jahren macht die AIDS-Hilfe Aachen e.V. Angebote für Menschen, die von HIV und AIDS betroffen sind, wie z.B. persönliche Beratung, Betreuung, Selbsthilfegruppen, Ambulant Betreutes Wohnen sowie finanzielle Unterstützung in Krisensituationen in Form einmaliger Beihilfen.


Lebenssituation Betroffener

In den letzten 15 Jahren hat sich die Lebenssituation der meisten HIV-Positiven deutlich geändert. Mit Einführung der Kombinationstherapien gegen HIV steht eine gute Behandlungsmöglichkeit zur Verfügung. Heilen können die Medikamente die Infektion aber nicht. Sie müssen nach heutigem Ermessen lebenslang genommen werden, was mit nicht unerheblichen Nebenwirkungen verbunden sein kann.

Die gesellschaftliche Haltung zum Thema HIV/AIDS hat mit diesem medizinischen Fortschritt nicht mitgehalten. Die Krankheit ist eng mit Tabuthemen verknüpft. Häufig werden bewusst oder unbewusst Schuldzuschreibungen an Menschen mit HIV gemacht. Das führt in der Regel dazu, dass es den HIV-Infizierten unmöglich ist, offen mit ihrer Situation umzugehen. Sie stehen unter einem enormen Geheimhaltungsdruck, weil negative Reaktionen am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft und selbst in der Familie zu befürchten sind.

Wer früh an einer chronischen Erkrankung leidet, ist auch materiell nicht gut abgesichert. HIV kann auch heute noch arm machen. Wer erwerbsunfähig wird, bekommt meist nur eine kleine Rente und ist auf staatliche Unterstützung angewiesen.

Viele Menschen mit Migrationshintergrund gehören auch in Aachen zu den besonders benachteiligten Gruppen. Vielfältige Barrieren schränken den Zugang zu Informationen zu HIV, zu medizinischer Versorgung und zu anderen Unterstützungsmöglichkeiten ein. Migranten mit HIV sind in besonderem Maße auf finanzielle Hilfen in Notlagen angewiesen.


Soforthilfefonds


Aus unserem Soforthilfefonds unterstützen wir seit nunmehr über 20 Jahren von HIV/AIDS betroffene Menschen in der Region Aachen in Krisensituationen. Im vergangenen Jahr haben wir in über 150 Fällen Einzelfallhilfe leisten können.

Hierbei haben wir u.a. die laufenden Rezeptzuzahlungen der Medikamente übernommen (mit Unterstützung der Aktion Menschen helfen Menschen der AZ), die viele Betroffene nicht selbst finanzieren konnten. Ohne die finanzielle Unterstützung wäre es ansonsten zu gefährlichen Therapieunterbrechungen gekommen.
 
Weiterhin haben wir zum Monatsende Kosten für Lebensmittel und von zur Immunstärkung notwendigen Nahrungsergänzungsprodukten übernommen. Das war insbesondere im letzten Jahr notwendig, da HIV-Positive nur noch in Ausnahmefällen
eine Ernährungszulage von ARGE oder Sozialamt erhalten und die Krankenkassen die Kosten für Vitaminpräparate oder einige Medikamente zur Linderung der Nebenwirkungen der Therapie nicht mehr übernehmen.
 
Schließlich haben wir in begründeten Fällen die Fahrtkosten zu spezialisierten Fachärzten und Kliniken in Köln und Düsseldorf, Fortbildungskosten zur Verbesserung der Integration sowie der beruflichen Perspektiven übernommen.

All diese Aufgaben finanzieren wir durch unseren Soforthilfefonds, der sich ausschließlich aus Spendenmitteln zusammensetzt. Infolge der gestiegenen Anzahl der von uns betreuten HIV-Positiven/AIDS-Erkrankten Menschen haben wir einen erhöhten Bedarf an Spendenmitteln für unseren Soforthilfefond. Wir bitten die Aachener Bevölkerung um Unterstützung in Form einer Spende auf das Spendenkonto Nr. 30 4 03 bei der Sparkasse Aachen, BLZ 390 500 00.


Veranstaltungen zum Welt-AIDS-Tag

Eine Übersicht über die gepanten Veranstaltungen zum Welt-AIDS-Tag in Aachen befinden sich in der Anlage „Veranstaltungen zum Welt-AIDS-Tag“.

Weitere Informationen finden sie auch unter: www.aidshilfe-aachen.de

 



 
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